• Neue Therapien sollen MS bekämpfen

    Date: 2010.06.10 | Category: Berichte/Presse | Tags:

    Symposium Forschung zum Thema Multiple Sklerose als Schwerpunkt

    Kaufbeuren | mab | Vorzugsweise junge Erwachsene befällt die Multiple Sklerose (MS). An der Autoimmunkrankheit sind in Deutschland 120 000 Menschen erkrankt. „Sie hat damit fast das Ausmaß einer Volkskrankheit“, so Privatdozent Dr. Martin Hecht, Chefarzt der Neurologie am Kaufbeurer Bezirkskrankenhaus (BKH). „Wer die Diagnose hört, denkt oft unwillkürlich an den Rollstuhl.

    Aber es muss nicht jeder Betroffene in den Rollstuhl. Man kann in der Stadt Patienten treffen, denen man ihre Erkrankung gar nicht anmerkt.“ Da sich in der Forschung und Behandlung derzeit eine Reihe von neuen Entwicklungen aufgetan hat, widmet Hecht das „3. Allgäuer Neurologie-Symposium“ dem Thema MS. Seit 15 Jahren ist eine ursächliche Behandlung möglich (siehe Wortweiser). Seit geraumer Zeit gibt es auch neue Medikamente, die etwa zum Einsatz kommen, wenn diese Basistherapie nicht greift. Zu dieser sogenannten Eskalationstherapie wird Dr. Roland Bauer, Oberarzt der Kaufbeurer Neurologie, beim Symposium sprechen. Noch müssen die Medikamente bei Krankheitsschüben zum Teil mehrmals pro Woche unter die Haut oder in den Muskel gespritzt werden. „Der Traum, der durchaus real werden könnte, wäre, wenn man dreimal pro Jahr eine Tablette geben könnte und der Patient bekommt keine neuen Beschwerden.“

    Derzeit seien eine Reihe von Medikamenten in der Erprobungsphase, aber noch nicht allgemein zugelassen. Über dieses Thema wird Dr. Tania Kümpfel vom Institut für klinische Neuroimmunologie am Klinikum der Universität München sprechen. Weitere bekannte Experten aus ganz Deutschland referieren über die Diagnose, die sogenannte Basistherapie, die symptomatische Therapie und die neuropsychologischen Folgen der MS.

    Das „3. Allgäuer Neurologie-Symposium“ findet am Samstag, 19. April, von 9 bis 13 Uhr im Festsaal des BKH Kaufbeuren statt. Es richtet sich an Ärzte und wird in der Fachsprache der Mediziner abgehalten. Kundige Betroffene und Interessierte sind aber auch eingeladen. Weitere Informationen gibt es unter (08341) 72-3503

    www.bkh-kaufbeuren.de